Wie in jedem Sommer der letzten Jahre, sehne ich mich auch gerade wieder danach, ein Schulkind zu sein. Dann würde ich jetzt nämlich nicht über meinen Büchern hocken, um für die baldigen Klausuren zu lernen und nebenher arbeiten gehen, sondern mir fünf Wochen lang Meeresluft um die Nase wehen lassen. So war es all die Jahre seitdem ich denken kann. Ich schlief mit dem Plätschern der Wellen ein und wachte mit dem Kreischen der Möwen auf. An unzähligen Orten der Ostsee – Deutschland, Dänemark und Schweden – verbrachte ich viele schöne Sommer. Als Kind verbrachte ich ganze Tage damit Krebse zu fangen mit einer Angel bestehend aus einem Stückchen Schnur und einer Wäscheklammer, die ein Stückchen Speck festhielt. Noch heute fühle ich mich komischerweise immer noch wie ein Kind, wenn ich am Meer bin. Die Luft, Wind und Sonne ersetzen das Make Up und Rouge ganz von selbst und Wimperntusche ist Sonnenbrille sei Dank auch völligst überbewertet.
Während der Pubertät stand ich natürlich in dem Konflikt, dass Urlaub mit den Freunden auf Malle ja viel cooler sei und so kam es, dass ich 2006 und 2007 je zehn Tage in Cala Ratjada am Strand saß und mich eigentlich am liebsten nach Skandinavien beamen wollte. Hotelurlaub – auf Malle bestehend aus Frühstück, zum Strand maschieren, in der Sonne brutzeln, Essen im Hotel, Party – ist nichts für mich. Damals hätte ich wohl es nicht zugegeben, aber heute kann ich mir keinen besseren Urlaub mehr vorstellen.
Der Unialltag – ich studiere in Trimestern und habe keine klassischen Semesterferien – durchkreuzt meine Fünf-Wochen-Urlaubspläne und so versuche ich jedes Jahr wenigstens ein paar Tage im Sommer ans Meer zu kommen, wie hier im Juni oder hier letztes Jahr. Aber es ist nicht das gleiche. Wenn man fünf Wochen Zeit hat, fährt man mit einer ganz anderen Ruhe los und kommt dementsprechend natürlich auch um einiges mehr rum.
Dänemark und Schweden faszinieren mich jedes Mal aufs Neue. Die beiden Länder liegen so nah an Deutschland, dennoch ist es so als würde man in eine ganz andere Welt eintauchen. Unberührte Natur, schnuckeligste Häuser mit tollen Fassaden, Inseln auf denen nur eine handvoll Leute wohnen, die kleinen Kaufmannsläden, die Schären und wenn man doch mal Lust auf Stadt hat, dann sind beispielsweise Kopenhagen oder Göteburg nicht weit. Essenstechnisch liebe ich dänischen Fast Food – Fransk Hot Dog und Pommes mit groben Meersalz und dem absolut einzigartigem Ketchup – und die vielen verschiedenen schwedischen Kuchenkreationen, oft mit Vanillesauce serviert. Ebenso wenig darf die Erbsensuppe mit Würstchen an den kälteren Tagen fehlen, wenn man sich klitschnass im vollen Ölzeug und am frieren ein bisschen aufwärmen möchte.
Ich werde jetzt zumindestens gedanklich meine Zehen in den Sand bohren und versorge euch mit ein paar Impressionen der letzten Jahre. Erinnerungen an gute Zeiten kann einem Gott sei Dank niemand nehmen :heart: .


















