Gedanken | Wenn ich mal groß bin..

anneklein

…habe ich ein eigenes Haus am Meer.
…bereise ich die ganze Welt.
…habe ich meinen eigenen Zoo.
…habe ich einen tollen Job in einer tollen Stadt.

Diese und andere Sätze in der Art hört man oft aus Kindermündern. Erwachsen sein ist unglaublich weit weg und so macht es Spaß sich auszumalen, wie das Leben wohl in zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren sein wird. Man träumt und bastelt sich in Gedanken eine großartige Zukunft zusammen. Immer umhüllt von den schützenden Händen der Eltern. Diese geben einem ein Zuhause, von dem man weiß, dass es ein sicherer Ort ist, an dem man jeden Abend ins Bett geht um am nächsten Morgen voller Zuversicht und ohne Sorgen in den Tag zu starten. Vomittags wird durch den Kindergarten oder die Schule bestimmt. Nachmittags bleibt noch genug Zeit für die schönsten Dinge der Welt: Familie, Freunde und Hobbies. So geht das fünf Tage die Woche und anschließend folgt das Wochenende an dem genug Zeit für viele weitere schöne Unternehmungen ist. Und an jedem dieser Tage geht man Abends in Bett und lässt den Tag noch einmal kurz Revue passieren und man träumt noch ein wenig vor sich hin. Der Junge, der tagsüber im Schwimmbad war malt sich vielleicht aus später seinen eigenen Pool im Garten zu haben – wenn er mal groß ist. Das Mädchen, das jeden Dienstag zur Reitstunde geht, träumt von ihrem eigenen Pferd – wenn sie mal groß ist. Und nach der ersten Gitarrenstunde träumen die beiden Freunde von einer grandiosen Karriere als Rockstars – wenn sie mal groß sind. Wir alle schwimmen im Strom des Alltags. Werden von ihm vom Kindergarten in die Schule getragen ohne dabei viel nachzudenken oder große Entscheidungen zu tätigen. Es passiert einfach, der normale Lauf des Lebens. Am Ende der Schulzeit angekommen müssen wir den ersten großen Sprung wagen. Ausbildung oder Studium? Dennoch sind wir bei dieser Entscheidung umringt von Menschen, die uns gute Tipps geben können und gleiches erleben. Welche Option bietet uns die besten Zukunftschancen? Drei Jahre später folgt dann der zweite umso größere Sprung.

Irgendwie macht das „Wenn-ich-mal-groß-bin“-Spiel nur wirklich Spaß, wenn man so groß ist, dass man gerade über die Tischkante schauen kann. Gerade mag ich mich einfach nicht entscheiden, wie es weiter geht. Master oder Berufseinstieg? In welchem Bereich genau? Wegziehen oder in der Heimatstadt bleiben? Was macht auf Dauer glücklich? Wo werde ich glücklich? Alles Fragen auf die ich im Moment noch keine Antwort weiß – noch nicht. Bald muss sie gefunden werden. Bis dahin werde ich weiter alle möglichen Optionen vergleichen und ein wenig weiter träumen. Denn sobald man das „Wenn-ich-mal-groß-bin“-Spiel nicht mehr spielt, hat man wahrscheinlich auch keine Träume mehr: Wenn ich mal groß bin, habe ich einen Job, der mich erfüllt und lebe an einem Ort an dem ich mich wohl fühle, zusammen mit den Menschen, die mich glücklich machen.

14 Kommentare

  1. ina

    du süßer fratz :D
    heute wie damals ^-^

    hach ich werd übrigens immer neidisch wenn ich sehen was du alles kochst..ich bin zur zeit so faul..aber freitag abend/sa will ich auch mal wieder backen!! unbedingt!!!

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  2. susanne

    wundervolle gedanken, aber geht das sich wünschen und fragen nicht ewig weiter. wer ist schon mit 20,30,40…angekommen. ein wunsch den wir uns zur zeit wohl alle ein wenig teilen :-) – dir mutig und treue entscheidungen beim nächsten schritt! – liebst susanne

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  3. Nina

    Sehr schön geschrieben und du hast wirklich Recht. Ich kann dich gut verstehen.
    Ich hoffe das es einmal so wird, wie wir es und alle vorstellen und wünschen.

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  4. Bee

    Du schreibst mir grad aus der Seele… mir gehts genauso. Ich werde im Sommersemester mit dem Bachelor fertig und weiß auch noch nicht so genau, was dann auf mich zukommt.

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  5. Anne Autor

    @Bee: Aber eigentlich ist das auch alles ganz spannend und man kann sich drauf freuen :) .

    @Vanessa: Danke :heart: .

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  6. ToKo

    Das ist ein wunderbarer Text von einer wunderbaren Person, das muss man mal sagen. Ich mag das, was du hier schreibst und es stimmt vor allem auch so sehr.

    Ich hoffe, dass du dich richtig entscheidest und den richtigen Weg einschlägst :) Aber irgendwie stimmt das schon…die Welt ist doch noch so wunderbar, so lange man so behütet ist und gerade so über die Tischkante sehen kann :blah:

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